Test

Physiotherapie in der Nachbehandlung von Brustkrebs

Alle Patientinnen nach axillärer Lymphonodektomie (Entfernung der Lymphknoten in der Axel) oder Sentinel-Node-Biopsie (SNB: Entferneung des Wächterlymphknotens) erhalten Krankengymnastik. Die Physiotherapie beginnt üblicherweise am 2. bis 4. postoperativen Werktag.

Nach einer Brustoperation können verschiedene Probleme auftreten. Dies hängt unter anderem von der Form des Krebses und der daraus resultierenden Operationsmethode ab. Die physiotherapeutischen Maßnahmen können ab dem ersten postoperativen Tag mit Maßnahmen zur Schmerzlinderung und leichter Mobilisation beginnen. Die Hauptaufgabe der Physiotherapie besteht darin, die Beweglichkeit des Arms der betroffenen Seite zu fördern sowie Ödemen vorzubeugen.

Bei Hämatomen des Armes, bei bestehendem Lymphödem oder zur Ödemprophylaxe werden Lymphdrainagen gesondert angefordert. Darüber hinaus ist bei flacher Atmung z. B. durch einen engen Brustwickel Atemgymnastik ab dem ersten postoperativen Tag sinnvoll. 

Mit der Krankengymnastik sollen funktionelle Einschränkungen im Schultergürtel-, Arm und HWS/BWS-Bereich behoben werden. Das Körpergefühl wird verbessert und das Selbstvertrauen gestärkt. Wichtig ist darüber hinaus die Prophylaxe bzw. Therapie eines Lymphödems.

 

Wichtigste Grenze ist der Schmerz

Bei der Behandlung in der Frühphase ist bei allen Maßnahmen die Schmerzgrenze der Patientin zu berücksichtigen. Die Schmerzfreiheit sollte immer oberste Priorität haben.

Hierzu gehört die richtige Lagerung des Arms, passives Bewegen im schmerzfreien Bereich sowie Atemübungen, wobei die Atmung gezielt auf den operierten Bereich gelenkt werden kann. Ein ebenso wichtiges Ziel in der Behandlung ist die Förderung des venösen und lymphatischen Rückflusses, um ein Ödem auf der betroffenen Seite zu verhindern.

Dazu werden entstauende Übungen durchgeführt und die Patientin angeleitet, diese Übungen zu Hause weiterzuführen. Allerdings dürfen die Übungen nicht zu Schmerzen auf der betroffenen Seite führen. Auch sollte sich die Patientin nicht überanstrengen. Der Rückfluss der Lymphe kann durch entsprechende Lagerung ebenfalls unterstützt werden.

Entwickelt sich ein chronisches Lymphödem, erfordert die Behandlung manuelle Lymphdrainage damit der Arm nach der Behandlung nicht wieder anschwillt, sollten die betroffenen Frauen direkt nach der Behandlung einen passenden Kompressionsarmstrumpf anziehen und konsequent tragen oder den Arm täglich bandagieren.

 

Bewegungsverbesserung und Haltungsschulung

Die Übungsbehandlung wird langsam gesteigert, bis die Bewegungsfreiheit wiederhergestellt ist. Die Steigerungen orientieren sich an der jeweiligen Patientin und ihren Fähigkeiten. Übungen können  mit Geräten wie z. B. Stäben, Tüchern oder Bällen ausgeführt werden. Sehr wichtig ist in der physiotherapeutischen Nachbehandlung eine Haltungsschulung, da das Körpergefühl anfangs gestört ist und viele Patientinnen eine asymmetrische Körperhaltung einnehmen. Einer Schonhaltung wird hierbei entgegengearbeitet, indem sie bewusst gemacht und korrigiert wird. Dies ist besonders wichtig nach einer Prothesenversorgung, da die Prothese ein anderes Gewicht als die natürliche Brust hat und sich die Haltung der Patientin dadurch häufig verändert.

Hier einige Tipps und Übungen

      

                                                                                                                                            

 

Kontakt:

Klinikum Gütersloh
Physikalische Therapie
Herr Wagner (Leitung)
Tel.: 05241/ 83-24 450

Sankt Elisabeth Hospital:
Physikalische Therapie
Frau Faul
Tel.: 05241/ 507-7260